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Tinnitus durch Stress? So findest du endlich Ruhe

Seitenansicht einer Frau, die sich mit leicht schmerzverzerrtem Gesicht ans Ohr greift.

Aktualisiert am 10/07/2024 von Bettina Kapfer

Inhaltsverzeichnis

Geräusche, die wirklich niemand braucht

Nervige Ohrengeräusche und Tinnitus – das sind für viele Menschen nicht nur abstrakte Konzepte, sondern harte Realität. Wenn du gerade diesen Artikel liest, kennst du das wahrscheinlich nur zu gut: Das permanente Klingeln, Summen oder Rauschen in deinen Ohren, das einfach nicht verschwinden will. Es ist frustrierend, es ist belastend und vor allem: Es ist verdammt stressig.

Tinnitus und Stress gehen oft Hand in Hand. Stress kann Tinnitus auslösen oder verschlimmern, und der Tinnitus selbst wird zu einer zusätzlichen Stressquelle.

Ein 💩 Teufelskreis.

 

Es ist daher total verständlich, wenn du dir Sorgen machst, und deine Gedanken ganz darauf fixiert sind, IRGENDEINE Lösung zu finden, damit dieser Wahnsinn endlich wieder aufhört.

Die gute Nachricht ist: Die meisten Menschen finden einen guten Weg und werden nicht wahnsinnig. Indem sie sich dafür entscheiden, die richtigen Strategien zu erlernen, die ihnen einen guten Umgang mit dem Tinnitus ermöglichen.

Strategie 1: ständige Suche und Ausprobieren neuer Behandlungs-möglichkeiten, um den Tinnitus zu BESEITIGEN Strategie 2: Akzeptanz und Selbstmanagement des Tinnitus Ziel: GEWÖHNUNG und bessere Lebensqualität trotz Tinnitus

Spoiler: Ich bin keine Ärztin, sondern Psychologin. Wenn du auf der Suche nach medizinischen Ratschlägen und Behandlungen bist, dann ist dieser Artikel nicht der richtige Ort. So sehr ich es mir wünsche, aber ich kann deinen Tinnitus leider nicht beseitigen.

In diesem Blogartikel geht es vielmehr darum, dir Strategien vorzustellen, wie du mit Ohrengeräuschen und Tinnitus besser umgehen kannst. Das bedeutet, dass du hier Informationen dazu findest,

  • Wann wir überhaupt von Tinnitus sprechen
  • Wie Tinnitus mit der Psyche zusammenhängt
  • Warum Stress und Tinnitus sich in einem 💩 Teufelskreis gegenseitig verstärken ,
  • Welche psychologischen Strategien bei Tinnitus wirklich helfen
  • Wie dir psychologische Unterstützung im Coaching wieder zu mehr Lebensqualität verhelfen kann

Wann sprechen wir von Tinnitus?

Klingeln, Rauschen, Brummen, Pfeifen, Sausen, Summen und andere Geräusche – all das kann unter dem Begriff Tinnitus zusammengefasst werden. Tinnitus bezeichnet alle verschiedenen Arten von Geräuschen im Ohr oder im Kopf.

Manche Menschen können ihr Ohrengeräusch präzise beschreiben, anderen fällt es wiederum schwer. Hier ein Video, das dabei helfen kann, deinen Tinnitus besser zu beschreiben, falls du zu letzterer Gruppe gehörst:

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Tinnitus ist ein Phantomgeräusch

Während unsere Hörwahrnehmung normalerweise auf externen akustischen Schallquellen aus der Umwelt basiert, fehlen genau diese externen Quellen beim Tinnitus. Tinnitus könnte man also auch als „Phantomgeräusche“ bezeichnen.

Tinnitus hat keinen Informationswert

Wichtig ist auch, dass die Ohrengeräusche eines Tinnitus keinen Informationswert für die Betroffenen haben. Damit ist gemeint, dass es sich bei den Geräuschen nicht um irgendeine Form von Botschaft handelt. Das ist wichtig zu unterscheiden, weil das Hören von Stimmen (welche zB kommentieren, befehlen, in Dialog treten,…) bei psychischen Erkrankungen wie zB Schizophrenie auftreten können.

Rückansicht eines liegenden Menschens, mit Fokus auf dessen Ohr.

Abklärung von Tinnitus

Ich hoffe es versteht sich von selbst – unmittelbar nach Auftreten der Ohrengeräusche sollte man sofort zum Arzt. In Österreich ist die erste Ansprechperson der*die Allgemeinmediziner*in, eventuell auch direkt ein*e HNO-Ärztin.

Je nach Befund kann auch eine internistische, neurologische bzw. orthopädische/physikalische oder auch psychiatrische Abklärung notwendig sein.

Psychologische Unterstützung bei Tinnitus

In Absprache mit den Ärzt*innen kann eine psychologische Intervention bereits parallel begonnen werden. Erfahrungsgemäß (und absolut verständlich) suchen sich viele Menschen aber erst dann Unterstützung durch Psycholog*innen, wenn die medizinische Behandlung keinen Erfolg gebracht hat.

Wie bereits weiter oben angeführt, ist das Ziel der psychologischen Unterstützung nicht eine Behandlung des Tinnitus, sondern das Erlernen von Strategien, um den Tinnitus „zu überhören“ lernen.

Es geht darum, die eigene Lebensqualität wieder zu erhöhen, indem ein guter Umgang mit dem störenden Ohrengeräuschen erlernt wird.  

 

Auch wenn sich daher die Zielsetzung der psychologischen Unterstützung nicht mit der medizinischen Behandlung spießt, würde auch ich in den meisten Fällen dazu raten, die medizinische Abklärung abzuwarten.

Ursachen und Risikofaktoren von Tinnitus

Tinnitus ist ein komplexes Phänomen, das durch eine Vielzahl von physischen und psychischen Faktoren ausgelöst werden kann. Auf der physischen Seite sind beschädigte Haarzellen im Innenohr häufig die Ursache. Diese Haarzellen sind dafür verantwortlich, Schallwellen in elektrische Signale umzuwandeln, die dann an das Gehirn weitergeleitet werden.

 

Hier ein Video mit einer super Erklärung dazu, wie Hören funktioniert:

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Wenn diese Zellen beschädigt sind – sei es durch Lärmbelastung, Alterung oder Infektionen – senden sie weniger Signale als gesunde Haarzellen an das Gehirn.

Unser Hörzentrum im Gehirn versucht dann diese Minderinformationen zu kompensieren, es entsteht eine überschießende Aktivität einzelner Nervenzellen, die aber keine entsprechende Grundlage in tatsächlich existierenden Schallwellen hat. So lautet die heute gängige Theorie, wie es zur „Wahrnehmung“ von störenden, belastenden Phantomgeräuschen kommt, dem Tinnitus.

Seitenansicht eines Eisberges, bei dem sowohl der Teil über als auch unter Wasser sichtbar ist.

Tinnitus ist ein Symptom, vergleichbar mit der Spitze des Eisberges. Die Ursachen für Tinnitus sind vielfältig und liegen wie der untere Teil des Eisberges oft im Verborgenen.

Mögliche Ursachen von Tinnitus

Kieferprobleme: Verspannungen oder Fehlstellungen im Kieferbereich können Tinnitus auslösen. Diese Probleme führen zu einer Fehlfunktion der Muskeln und Gelenke im Kiefer, was wiederum die Ohrgeräusche beeinflussen kann.

Nackenbeschwerden: Muskelverspannungen im Nacken- und Schulterbereich sind ebenfalls ein häufiger Auslöser für Tinnitus. Diese Verspannungen können die Blut- und Nervenversorgung des Ohrs beeinträchtigen und somit zu den mühsamen Geräuschen führen.

Ototoxische Medikamente: Bestimmte Medikamente, die als ototoxisch bekannt sind, können das Gehör schädigen und Tinnitus verursachen. Dazu gehören einige Antibiotika, Chemotherapeutika und Diuretika (=entwässernde Medikamente).

Hörverlust: Altersbedingter oder durch Lärm verursachter Hörverlust kann ebenfalls zu Tinnitus führen. Wenn das Gehör nachlässt, versucht das Gehirn, die fehlenden Schallsignale zu kompensieren, was zu Tinnitus führen kann.

Tinnitus und die Psyche

Psychische Faktoren spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und Verschlimmerung von Tinnitus. Stress, Angstzustände und Depressionen sind häufig mit Tinnitus verbunden. Psychischen Belastungen können die Wahrnehmung der Ohrgeräusche verstärken.

 

 

Die Rolle der Bewertung und emotionalen Reaktion

Kennst du diese Gedanken auch von dir?

  • Ich halte diese Geräusche nicht mehr aus
  • Der Ton wird immer lauter, ich kann nichts dagegen tun
  • So kann ich auf keinen Fall arbeiten
  • Was, wenn ich taub werde?
  • Ich werde nie wieder Stille erleben

 

Diese Sorgen sind sehr gut nachvollziehbar und wahrscheinlich denken die meisten Menschen mit Tinnitus früher oder später mal so. Gleichzeitigund da bin ich jetzt sehr direkt, du verzeihst mir das hoffentlich – ist da kein Gedanke dabei, der auch nur irgendwie hilfreich wäre, oder die Situation verbessern würde.

Teufelskreis von Tinnitus und negativen Bewertungen und Emotionen.

Die Wahrnehmung von Tinnitus wird stark durch die Art und Weise beeinflusst, wie du ihn bewertest und welche emotionale Reaktion er bei dir auslöst. Wenn du Tinnitus als bedrohlich oder belastend empfindest, wirst du ihn wahrscheinlich intensiver wahrnehmen und stärker darunter leiden. Diese emotionale Bewertung kann einen großen Einfluss darauf haben, wie präsent und störend das Geräusch für dich ist.

Hast du zum Beispiel gewusst, dass durchschnittlich ein Tinnitusgeräusch nicht lauter ist, als ein trockenes Blatt, das auf den Boden fällt (1-3 dB) und auch nur selten 10 dB überschreitet – das ist die Geräuschkulisse eines Waldes bei Windstille.

Fallende Blätter eines Ahornbaumes

Trotzdem berichten viele Menschen von einem unerträglich lauten Geräusch, das sie in den Wahnsinn treibt. Hier spielt die subjektive Bewertung eine große Rolle!

 

Kurz zusammengefasst: Es macht einen entscheidenden Unterschied, ob du denkst, „Das ist unerträglich, ich werde wahnsinnig“, und damit die negative Wahrnehmung des Tinnitus verstärkst.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass Menschen, die denken „Das ist zwar unangenehm, aber ich kann damit umgehen“, das Geräusch oft als weniger störend und belastend beschreiben.

Diese kognitive Bewertung und emotionale Reaktion spielen eine entscheidende Rolle bei der Wahrnehmung und dem Umgang mit Tinnitus.

Exkurs Neuropsychologie

Das limbische System ist ein Teil des Gehirns, der für die Verarbeitung von Emotionen, Gedächtnis und Motivation zuständig ist. Es besteht aus mehreren Strukturen, darunter der Hippocampus, die Amygdala und der Hypothalamus. Dieses System hat einen erheblichen Einfluss darauf, wie du emotionale Reize wahrnimmst und darauf reagierst.

Die Amygdala ist besonders wichtig für die emotionale Bewertung und Reaktion auf Reize. Sie hilft dabei, festzustellen, ob etwas als bedrohlich empfunden wird oder nicht. Bei Tinnitus kann die Amygdala das Geräusch als bedrohlich einstufen, was zu einer verstärkten emotionalen Reaktion führt. Diese Reaktion kann Angst oder Stress auslösen, die wiederum die Wahrnehmung des Tinnitus verstärken können.

Durch das Verstärken dieser negativen Emotionen wird der Tinnitus intensiver und belastender wahrgenommen.

Der Hippocampus spielt eine Schlüsselrolle im Gedächtnis und beim Lernen. Er kann dazu beitragen, dass du Tinnitus mit bestimmten Erinnerungen oder Erfahrungen verknüpfst. Wenn du in der Vergangenheit negative Erfahrungen mit Tinnitus gemacht hast, kann der Hippocampus diese Erinnerungen aktivieren, was die aktuelle Wahrnehmung des Geräuschs verschlechtert.

Diese Gedächtnisverknüpfungen können den Tinnitus als ständig präsentes und störendes Geräusch verankern.

Der Hypothalamus reguliert viele automatische Körperfunktionen, einschließlich der Stressreaktion. Wenn du Tinnitus als stressig empfindest, aktiviert der Hypothalamus die Stressreaktion des Körpers, was zur Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol führt. Diese Stresshormone können wiederum die Wahrnehmung des Tinnitus verstärken, indem sie das Nervensystem weiter sensibilisieren.

Der Hypothalamus spielt somit eine entscheidende Rolle dabei, wie stark du den Tinnitus wahrnimmst und wie sehr er dich belastet.

Folgen von Tinnitus – Psychische Beeinträchtigungen

Bild einer Frau mit Fokus auf ihrem schmerzverzerrten Gesicht, der Rest des Bildes ist verschwommen. Die Frau greift sich beidseitig mit den Händen auf die Schläfen.

Die Folgen kennst du selbst wahrscheinlich am besten. Nur kurz seien deshalb subjektive Hörbeeinträchtigung, Schlafstörungen, körperliche Beschwerden und Ängste und negative Gedanken genannt.

Tinnitus kann deshalb sehr schnell zu einer massiven Beeinträchtigung der Lebensqualität führen, wenn nicht passende Strategien zum Umgang damit gefunden werden (wie gesagt: erstbeste Hoffnung ist dennoch immer, dass der Tinnitus geheilt werden kann, gar keine Frage!).

Gerade bei Menschen, die im Stress-Hamsterrad stecken, kann das aber auch durchaus herausfordernd sein:

Der Teufelskreis: Stress und Tinnitus

Es ist ein bekannter Teufelskreis: Tinnitus verursacht Stress, und Stress verstärkt den Tinnitus.

Irgendwie auch ein Henne-Ei Problem, oder?

Wenn du gestresst bist, setzt dein Körper mehr Cortisol frei, was das Nervensystem zusätzlich belastet und die Fehlersignale der beschädigten Haarzellen im Ohr verstärkt. Dieser Teufelskreis kann sehr belastend sein, aber wem sage ich das?!

 

Studien und Forschungsergebnisse zur Stress-Tinnitus-Verbindung

Mehrere Studien haben gezeigt, dass es einen klaren Zusammenhang zwischen Stress und der Intensität von Tinnitus gibt. In einer groß angelegten Studie berichteten Menschen mit hohem Stresslevel häufiger über intensivere Tinnitus-Symptome. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass Stress die Wahrnehmung und Schwere des Tinnitus verstärken kann.

Chronischer Stress führt zur Aktivierung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse, die eine zentrale Rolle bei der Stressreaktion des Körpers spielt. Die erhöhte Produktion von Stresshormonen kann das Nervensystem und das Gehör beeinträchtigen und somit die Symptome des Tinnitus verschlimmern.

Strategien zur besseren Bewältigung von Tinnitus

Stressmanagement bei Tinnitus

Um die Belastung durch Tinnitus zu reduzieren, ist effektives Stressmanagement entscheidend. Techniken wie Atemübungen, Achtsamkeit & Meditation und progressive Muskelentspannung können dabei helfen, den Cortisolspiegel zu senken und das Nervensystem zu beruhigen.

Regelmäßige Pausen im Alltag und eine gesunde Work-Life-Balance sind ebenfalls wichtig, um Stress abzubauen. Körperliche Aktivität kann ebenfalls eine hilfreiche Strategie sein, da Bewegung nachweislich Stress reduziert und die allgemeine Stimmung verbessert.

Mehr dazu findest du im ausführlichen Blogartikel zu effektiven Stressmanagement-Methoden.

Ansicht eines Waldes bei Sonnenuntergang

Genusstraining

Genusstraining ist ein achtsames Wahrnehmen aller Sinne. Indem sämtliche Sinne trainiert werden, wird die Aufmerksamkeit weg vom alles übertönenden Tinnitus gelenkt, und die Ohren bekommen ein bisschen Erholung, auch wenn man sie im Gegensatz zu den Augen ja nie wirklich ausruhen kann.

Mit dem Genusstraining lernst du aber nicht nur, wie du deine Aufmerksamkeit weg vom Gehör auf andere Sinne lenkst. Genusstraining verschafft dir darüber hinaus auch noch Pausen im Alltag, wirkt also entspannend und entschleunigend. Es ist eine bewährte Methode auch, um Stress zu reduzieren.

Du hast also beim Genusstraining einen doppelten Effekt: Weniger Tinnitus und mehr Erholung.

Weitere Entspannungsmethoden findest du im Blogartikel zu den besten psychologischen Entspannungsmethoden.

Das Motto sollte sein: Ruhe suchen – Stille meiden, zum Beispiel durch angenehme Hintergrundgeräusche aus der Natur.

Habituation - Gewöhnung an den Tinnitus

Das ist ein Satz, den niemand gerne hört: „Wir können nichts mehr für Sie tun, daran werden Sie sich gewöhnen müssen“.

Aber bevor du jetzt enttäuscht diesen Blogartikel wegklickst, hear me out:

Ganz klar, die erstbeste Hoffnung wird immer sein, dass der Tinnitus verschwindet. Komplett. Das soll und darf auch immer deine erstbeste Hoffnung bleiben.

 

Ich vermute aber, dass du auf meiner Seite gelandet bist, weil sich diese erstbeste Hoffnung eben nicht realisiert hat, und du auf der Suche nach weiteren Strategien bist.

Für Tinnitus ist eine sehr bewährte Strategie, dass man einen guten Umgang mit den störenden Geräuschen lernt: „Habituation“.

Habituation kennst du sehr gut: Wenn wir in einen kalten See springen, dann fühlt sich das in den ersten Minuten eiskalt an, alles zieht sich zusammen. Aber nach kurzer Zeit gewöhnen wir uns an die Kälte, und obwohl sich an der Temperatur des Wassers nichts verändert hat, fühlt es sich weniger kalt an.

Habituation geht aber auch in die andere Richtung: Kennst du das, dass du die Badewanne zu heiß eingelassen hast, aber du stehst schon nackig im Badezimmer und willst nicht länger warten? Du steigst ganz vorsichtig in die Wanne und wartest darauf, dass du dich an das Gefühl von Höllenfeuer gewöhnst?

Genau das ist Habituation: Wir haben eine Wahrnehmung (heiß, kalt, laut, leise,…) die eigentlich ein bisschen „zu“ ist.

👉 Habituation ist der Vorgang, in dem unsere Nervenzellen immer weniger stark auf diesen Reiz reagieren.

Man könnte auch sagen, unsere Nervenzellen gewöhnen sich an die Reize und lassen sich davon nicht mehr so aus der Ruhe bringen.  

 

Wie lange es dauert, bis diese Habituation bei Tinnitus eintritt ist sehr individuell, und geht auch nicht von heute auf morgen. Es kann zwischen 6 und 18 Monaten dauern, bis man es schafft, die Ohrgeräusche zu überhören.

Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Auch wenn der Tinnitus schon länger als 1 Jahr vorhanden ist, ist eine Gewöhnung möglich (man sollte sich hier nicht von den medizinischen Begrifflichkeiten wie „chronischer Tinnitus“ ab 6 Monaten schrecken lassen, das sagt nichts über die Effektivität psychologischer Interventionen aus).

Und es gibt noch weitere gute Gründe für psychologische Unterstützung bei Tinnitus.  

Unterstützung im Coaching

Coaching kann eine wesentliche Rolle bei der besseren Bewältigung von Tinnitus spielen, indem es dabei hilft, individuell passende und hocheffektive Strategien zu entwickeln und umzusetzen, um die eigene Lebensqualität wieder zu erhöhen.

Individuelle psychologische Unterstützung kann dir dabei helfen, deine Wahrnehmung und Reaktion auf Tinnitus zu verändern, indem du Techniken zur Stressbewältigung, zur emotionalen Regulation und Gewöhnung an den Tinnitus kennen und anwenden lernst. Durch gezielte Coaching-Sitzungen kannst du lernen, den Tinnitus weniger bedrohlich zu bewerten und ihn somit weniger intensiv wahrzunehmen.

Ein wichtiger Aspekt des Coachings ist die Unterstützung dabei, Resilienz zu entwickeln. Wir identifizieren und verändern negative Denkmuster, die den Tinnitus verschlimmern können. Durch das Erlernen neuer Denkweisen und Verhaltensstrategien kannst du die emotionale Belastung durch Tinnitus verringern und deine Lebensqualität verbessern.

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